Perspektivisch denken, um Kosten einzusparen
Das Überprüfen einer Abwasseranlage auf Dichtheit läuft in mehreren Schritten ab.
An erster Stelle steht die gründliche Reinigung der Anlage. Daran schließt sich eine TV-Inspektion an, die möglicherweise schon sichtbare Schäden und/oder den Eintritt von Fremdwasser an das Tageslicht fördert. Da die undichten Stellen offensichtlich sind, kann auf die Dichtheitsprüfung verzichtet werden. Unter Umständen besteht aber die Möglichkeit, eine abschnittsweise Dichtheitsprüfung durchzuführen, wenn während der TV-Inspektion nur einzelne Schäden entdeckt wurden. Die Entscheidung darüber sollte in Absprache mit dem Sachkundigen getroffen werden.
Manchmal besteht die Möglichkeit, auf eine TV-Inspektion zu verzichten und gleich eine Dichtheitsprüfung mit Wasser oder Luft durchzuführen. Besonders bei neueren Gebäuden kommt dieses Vorgehen zum Einsatz, da oftmals detaillierte Informationen über den Leitungsverlauf vorliegen. Sind zudem keine Schäden bekannt, kann in diesem Fall der zweite vor dem ersten Schritt gemacht werden. Nur wenn das Ergebnis der Dichtheitsprüfung negativ ausfällt, muss doch noch eine TV-Inspektion durchgeführt werden. Auf deren Basis werden dann ein Sanierungskonzept und eine Kostenkalkulation erstellt. Nach der Sanierung wird erneut eine Dichtheitsprüfung durchgeführt.
Während des gesamten Verfahrens sollte darauf geachtet werden, dass perspektivisch gearbeitet wird, um bei einer erneuten Reinigung, TV-Inspektion, Dichtheitsprüfung oder Sanierung Aufwand und Kosten zu sparen. Die TV-Inspektion liefert einen Lageplan des aktuellen Bestands der Abwasseranlage. Es ist es sinnvoll, diesen zu aktualisieren und kontinuierlich fortzuschreiben. Der Lageplan und alle Bescheinigungen müssen unbefristet und sicher aufbewahrt werden. Als idealer Platz bietet sich dafür eine so genannte Grundstücksmappe an, in der alle Dokumente und der Schriftverkehr gesammelt werden.



